Die Taktik wärend einem Wettkampf

10. Februar 2010 – 18:54

An einem Wettkampftag gibt es einige wichtige Faktoren, die über die Platzierung entscheiden können. Als erstes sollte die Motivation hoch, der Körper gesund und ausgeruht sein. Wenn diese Voraussetzungen passen ist schon mal der erste Schritt gemacht. Da man auf diese Sachen nur bedingt Einfluss hat, ist eine gute Vorbereitung vor einem Wettkampf entscheidend.

Es ist also sinnvoll min. 2 Tage, besser 1 Woche, bevor der Wettkampf startet, mit dem Klettern aufzuhören. Stattdessen können z.b. leichte Ausdauersportarten, Therabandübungen und/oder Dehnübungen durchgeführt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Motivation hoch und der Körper ausgeruht ist. Am Wettkampftag sollte früh genug losgefahren werden, damit erstens keinen Stress wegen dem Registrationsschluss entsteht, und man außerdem genügend Zeit hat, seine Boulder/Touren anzuschauen. Über die eventuelle Platzierung, oder die besseren Starter sollte man sich keine Gedanken machen (leichter gesagt als getan) um nicht unnötigen Druck aufzubauen.

Es gibt viele verschiedene Wettkampfsysteme, und je nach Art des Wettkampfes sollte man sich anders aufwärmen. So sind bei Lead Wettkämpfen die Qualifikationsrouten oft schon sehr anspruchsvoll, weshalb hier auch der größte Aufwand beim Aufwärmen betrieben werden muss. Das beginnt beim leichten Einklettern im Boulderraum, das man ca. 45min. vor dem eigenen Start beginnt. Auch Dehnübungen und ein Theraband sind gute Möglichkeiten das Aufwärmen abwechslungsreicher zu gestalten. Nach dem Aufwärmen kann man ruhig etwas erschöpft sein, denn 15 min. vor dem eigenen Start sollte man aufhören, und sich warm anziehen, um gut aufgewärmt in die Tour starten zu können.

Bei Boulderwettkämpfen schaut es wieder ganz anders aus…. dort hängt es davon ab wie viele Boulder in der Qualifikation zu bewältigen sind. So sind z.B. bei offiziellen Bouldercups meist 4-6 Boulder wohingegen bei Spaßwettkämpfen 20-50 Boulder auf einen warten können. Bei wenigen Bouldern läuft das Aufwärmen so ähnlich wie bei Lead Wettkämpfen ab, nur das man sich noch besser aufwärmen sollte, und auch etwas aggressiver an die Sache ran gehen muss. Bei vielen Bouldern kann man wegen der meist vorhandenen sehr leichten Boulder das Aufwärmen aufs Dehnen beschränken, oder sogar ganz darauf verzichten.

Ist man also warm, kann es auch schon mit den ersten Bouldern losgehen. Wichtig ist dabei, dass man erst einmal ein paar leichte Boulder macht, um richtig warm zu werden, und gleich ein kleines Erfolgserlebnis zu haben. Danach sollte möglichst schnell mit den schweren Bouldern weitergemacht werden, da man am Anfang noch mehr Kraft und Ausdauer hat. Dabei ist es sinnvoll, die Boulder mit Slopern und/oder Plattenboulder als Erstes zu machen, da später die Griffe speckig sind und dadurch manche Boulder erheblich schwerer bis unmöglich werden.

Jedoch das Allerwichtigste ist, dass man bevor man losklettert einen Plan hat wie die Tour/der Boulder funktioniert. Oft ist es der Fall, dass Kletterer losklettern, ohne zu wissen wie sie einen bestimmten Zug schaffen sollen. Da ist es nicht verwunderlich, das der Onsight Versuch misslingt. Also immer erst einen Plan zurechtlegen, und dann starten. Hat man selbst keinen Plan von einem Boulder, oder man ist sich nicht sicher ist, sollte man die anderen (besseren) Kletterer beobachten, oder sogar fragen. Da der Onsight Versuch mit Abstand die meisten Punkte gibt, ist es also besser wenn man lieber ein paar Boulder weniger hat, aber dafür die meisten Onsight. Das alleine hebt die Platzierung schon um Einiges.

Zwischen den schweren Bouldern sollte immer wieder eine Pause gemacht werden, wo etwas gegessen und getrunken wird. Da die Zeit meist sehr großzügig bemessen ist, find ich es sinnvoll nach jedem Boulder einen Schluck Apfelsaftschorle o.Ä. zu trinken, um nicht zu dehydrieren. Außerdem sollte man immer wieder ein paar leichtere Boulder zwischendurch machen, um die Motivation aufrecht zu halten, und sich etwas zu erholen. Am Schluss möchte ich noch anmerken, dass gerade beim Bouldern minimale Veränderungen in der Fußarbeit oder Hüfte einen großen Einfluss auf das Schaffen oder nicht Schaffen eines Boulders haben. Auch gehört natürlich immer etwas Glück mit dazu, aber mit der richtigen Taktik und dem Vertrauen auf die eigenen Fertigkeiten rückt man seinem Ziel um einiges näher.

Auch der Spaß spielt eine entscheidende Rolle, da sonst irgendwann die Motivation nicht mehr da ist, welche aber für einen guten Platz entscheidend ist. Also lasst euch ruhig Zeit beim Bouldern, und hetzt nicht rum. In dem Sinne wünsche ich euch viel Glück und Spaß und dann klappt der Rest wie von selbst.

1. Platz Bayerische Meisterschaften in Augsburg 300x200 Die Taktik wärend einem Wettkampf

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